Ursprung der Evangelischen Freikirche Ecclesia Roth

Hermann ZaissHermann Zaiss, Heilungsprediger und Gründer der Ecclesia

1945
Aus allen Teilen Deutschlands, auch aus dem Ausland, reisten Menschen nach Solingen. Hermann Zaiss, der rastlose Wanderprediger, der in ganz Deutschland den vom Krieg gezeichneten Menschen von der Liebe Gottes predigte, wirkte wie ein Magnet auf all die Menschen, die durch die grausame Kriegszeit entmutigt waren. Auch in Nürnberg war die alte Messehalle bei allen seinen Besuchen bis auf den letzten Platz besetzt. Immer wieder malte er den Menschen vor allem die überfließende Gnade Gottes vor Augen, die er selbst als junger Mann in Untertürkheim bei Stuttgart erlebt hatte. Wegen seiner Entscheidung für Christus wurde er zu Hause enterbt. Diese Erfahrung konnte ihn jedoch nicht erschüttern, vielmehr festigte sie seinen Entschluss, zur Allianz-Bibelschule nach Berlin zu gehen. Das dort begonnene Studium setzte er anschließend in London bzw. Lausanne fort, um dann 1911 als Missionskaufmann der Baseler Mission zur Goldküste (Ghana) auszureisen.

Während seiner Beruflichen Tätigkeit, wie auch Jahre später nach dem ersten Weltkrieg in der Kriegsgefangenschaft kamen überall Menschen durch ihn zum Glauben an Jesus Christus. Es dauerte aber noch etliche Jahre, bis er ganz auf Gottes Wirken einging. Zusammen mit seiner Frau Clara begann er in den Wirren des 2. Weltkrieges trotz des Bombenterrors über Deutschland einen Neuanfang mit Gott. Zaiss begann wieder zu predigen - zuerst in einem kleinen Gemeindesaal, dann in verschiedenen evangelischen Kirchen im Raum Solingen. Wundersame Heilungen hoffnungslos Kranker geschahen Woche für Woche. Unter seiner derb zupackenden, lebensnahen Predigt entschieden sich viele, besonders auch junge Menschen, zur Nachfolge Jesu. Kennzeichen all derer, die sich bekehrten, war eine unglaubliche Begeisterung für Jesus. Überall wo sie Menschen begegneten, ob beim Einkaufen um die Ecke, auf der Straße oder im Zug, erzählten sie von diesem lebenserfüllenden Glauben an Gott. Dies war z.B. so stark, dass der Zug zwischen Solingen und Wuppertal von der Bevölkerung schließlich "Halleluja-Express" genannt wurde.

Wie ein Buschfeuer verbreitete sich die Nachricht über das wunderbare Geschehen in Solingen und die Versammlungen wuchsen immer mehr. Der Lauf des Evangeliums war nicht mehr zu bremsen. Obwohl es für einen Deutschen in der Nachkriegszeit nicht einfach war, Gehör im Ausland zu finden, kamen bald mehr und mehr Einladungen aus den Nachbarländern. Holland, Frankreich Schweiz und Österreich waren schließlich die nächsten Ziele für Hermann Zaiss. Überall wurden seine Einsätze durch Zeichen und Wunder begleitet und das wiederum zog die Menschen in Scharen an.
Einer der letzten Höhepunkte seines Dienstes war 1958 eine Reise nach Indien auf Einladung von Pastor Dr. Samuel. Zehntausende kamen zu den Veranstaltungen und erlebten Gottes Gegenwart so gewaltig, dass während der Predigten Kranke plötzlich geheilt wurden.

Für viele war es unfassbar, als Hermann Zaiss am 14. November 1958 auf dem Weg zu einer Evangelisationsversammlung in Hannover tödlich verunglückte.

Der Strom des Segens war aber mit seinem Tod nicht zu Ende. Durch viele Menschen, die durch das Wirken von Hermann Zaiss ihr Leben neu beginnen durften, wurde die frohe Botschaft weiter getragen. So mancher ist auf seinem Weg in Kirchen und Gemeinschaften gelandet, wo die fröhliche Nachricht von Gottes Liebe wieder neu entflammte und weitergetragen wurde.

Zwischen 1956 und 1957 begann auch hier in Roth eine kleine Gruppe von begeisterten Menschen das Feuer des Glaubens zu leben und zu verkündigen. Zunächst geschah das in verschiedenen Gasthäusern, dann ab 1971 in fest angemieteten Sälen und ab 1991 konnte die inzwischen gewachsene Gemeinde in das eigene Haus in der Wilhelm-Schindler-Str. einziehen. Die Aktivitäten der Gemeinde Roth, die mittlerweile weit über hundert Besucher zählt, hat ihre Tätigkeit in alle Richtungen ausgeweitet. Als jüngste Veränderung wurde die Kinder und Jugendarbeit durch die christlichen Pfadfinder "Royal Ranger" ergänzt. Die geistliche Betreuung der Jugendarbeit liegt seit 2003 in den Händen eines Jugendpastors. Heute wird die Gemeindearbeit durch 7 Hauskreise gestützt, die das praktische Christsein in das tägliche Leben hineintragen sollen.

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